Küss mich doch! – Carly Phillips
Coop gilt als der begehrteste Single in ganz New York, seit er einen Juwelenraub verhindert hat. Plötzlich kann er sich vor Verehrerinnen nicht mehr retten, doch wirklich fasziniert ist er nur von der unkonventionellen Lexie. Die hat allerdings nur eines im Sinn: an den antiken Ring zu kommen, den er vom Juwelier als Belohnung erhalten hat. Denn er birgt ein dunkles Familiengeheimnis. Kann Coop ihr vertrauen?
Rezension:
Coop lebt als Journalist in New York. Eines Tages verhindert er vor einem Juweliergeschäft einen Raub, woraufhin er vom Juwelier als kleine Aufmerksamkeit einen Ring erhält. Durch diesen Ring lernt Coop schließlich die Webdesignerin Lexie kennen. Zusammen möchten sie hinter das Geheimnis des Ringes kommen, der anscheinend mehr als nur ein gewöhnliches Schmuckstück ist. Bei ihren Recherchen kommen dann auch Lexie und Coop einander näher.
Um es vorweg zu sagen: Dieses Buch hat mich als Leser schockiert und schließlich gelangweilt zurückgelassen. Schockiert deswegen, dass solch ein Buch überhaupt in den Druck gelangen kann. Es ist nicht mehr als ein Groschenroman, wobei man damit Groschenromane wahrscheinlich noch beleidigt. Die Kriminalgeschichte um den Ring ist so unglaublich weit hergeholt, dass man beim Lesen nur noch den Kopf schütteln kann. Dabei keimte in mir der Verdacht auf, dass der Krimianteil wahrscheinlich nur deshalb unter Hochdruck dazu gedichtet wurde, damit die eigentliche Sexgeschichte nicht zu hölzern erscheint.
Doch genau dies tut sie eben doch. Die beiden Hauptcharaktere Coop und Lexie sprechen ab etwa der Mitte des Buches von der großen Liebe, während der Leser überhaupt nicht weiß, was diese Liebe überhaupt ausmacht. Denn bei jeder Begegnung fallen Coop und Lexie wie Karnickel übereinander her. Teilweise müssen sogar Abstellräume dafür herhalten. Da frage ich mich doch, wie eine Autorin derart wenig Respekt vor ihren eigenen Charakteren haben kann. Und genau deshalb wird es, wie vorher schon erwähnt, irgendwann totlangweilig. Coop und Lexie bleiben die ganze Geschichte über oberflächliche Charaktere. Nachdem die Autorin zum zehnten Mal betont hat, wie reiselustig Lexie ist und wie karrierebesessen Coop, hat man es auch verstanden. Zu mehr Charaktertiefe kommt es nicht.
Auch die Handlung ist unglaublich vorhersehbar. Natürlich bleiben Coop und Lexie nach einigen Differenzen doch zusammen und Lexies Oma hatte natürlich auch was mit einem Diebstahl zu tun. Das weiß man als Leser schon lange, und zwar deshalb, weil die Autorin zuvor etwa fünfzig dreist auffällige Hinweise gibt.
Die Autorin hätte einiges durch den Schreibstil wettmachen können, doch auch dieser ist leider miserabel. Dies kann aber vielleicht auch an der Übersetzung aus dem Englischen liegen. Eventuell helfen hier zwei Beispiele: „Sein bestes Stück erinnerte sich sofort daran, wie er vorhin ihr Kleid hochgeschoben hatte, um in sie einzudringen.“ „Sie tätschelte lächelnd seinen Oberschenkel, wobei sie seinem besten Stück gefährlich nahe kam.“
Ich habe wirklich nichts gegen seichte Unterhaltung, aber ich halte es für eine ziemliche Frechheit, wenn der Leser dabei so unterfordert wird, wie es bei diesem Buch hier der Fall ist. Ich bin mir darüber im Klaren, dass Carly Phillips eine gefeierte amerikanische Autorin mit einer großen Stammleserschaft ist, doch kann ich dies wirklich nicht nachvollziehen.
Fazit:
Bei „Küss mich doch!“ handelt es sich um eine oberflächliche Sexgeschichte, die jegliches Niveau unterbietet. Der verzweifelte Versuch, die Geschichte mit einem Kriminalfall aufzuwerten, scheitert kläglich, unter anderem auch an dem sehr einfachen Schreibstil.
Lebenszeichen
An meine lieben Leser, die meinen Blog bestimmt schon vergessen haben.
Ich würde mich gerne dafür entschuldigen, dass ich mich schon seit einem halben Jahr hier nicht mehr gemeldet habe – aber das kann ich nicht. Es hat nicht einmal schicksalshafte oder private Gründe, dass ich nichts mehr gebloggt habe. Ich habe mich mit meinem Blogpensum vielleicht ein bisschen übernommen, habe mein Leseverhalten nur noch auf den Blog ausgerichtet. Der Gedanke “Ich muss dieses Buch jetzt fertig lesen, sonst sind meine Leser vielleicht enttäuscht” hat mich nach ein bisschen Bedenkzeit schockiert und so entschied ich mich, den Blog hier fürs Erste zu vernachlässigen.
Vielleicht habt ihr Verständnis, vielleicht auch nicht. Ich kann es nicht ändern.
In nächster Zeit werde ich wahrscheinlich wieder ein bisschen bloggen, weil ich wieder Lust dazu habe. Ich werde vielleicht auch wieder eine Zeit lang eine Pause machen, wenn mir zum Beispiel mehr nach Kino ist.
Ein Bücherblog ist eben sehr eingeschränkt im Thema und befasst sich mit einem Teil meines Lebens, der mir wichtig, aber nicht mein Leben ist. Ich habe Phasen, in denen ich viel stricke, in denen ich fast täglich im Kino bin, in denen ich Klavier oder Gitarre spiele oder in denen ich backe wie eine Konditorin. Mein Leben besteht aus Phasen und so wierden Beiträge auf diesem Blog auch nur in Phasen erscheinen.
Ich danke euch für eure Aufmerksamkeit.
Und wer es bis hierhin ausgehalten hat, darf auch noch ein Bild meiner ungelesenen Bücher bewundern.
Die goldene Schlange – Nacherzählt von Biri Fay
Ein Kapitän soll Waren aus einem Bergwerk an den ägyptischen König liefern, doch er kehrt mit einem leeren Schiff zurück. Der erste Offizier erzählt ihm daraufhin eine ermutigende Geschichte: Auf einer Schiffsreise geschah überlebte er als einziger ein Unglück und fand sich auf einer Insel wieder. Dort traf der Offizier auf die goldene Schlange.
„Die goldene Schlange“ ist ein altägyptisches Märchen, das von der Autorin Biri Fay nacherzählt wurde. Das ursprüngliche Märchen ist etwa 4000 Jahre alt. Diese Geschichte ist somit älter als die Bibel. Trotz dieses enormen Alters ist es aber immer noch aktuell.
Die goldene Schlange erzählt dem Offizier, wie wichtig Familie ist. Es ist egal, wie viel Geld dem Menschen gehört. Wenn er keine Familie hat und Menschen, denen er zugehörig ist, kann er nie glücklich werden. Deshalb sind andere Menschen das wichtigste im Leben und können nicht höher geschätzt werden. Dieser Punkt hat mich überrascht, eben wegen des Alters der Geschichte. Ich wusste, dass die Ägypter ein sehr hoch entwickeltes Volk waren. Dass sie aber so zwischen Werten differenzieren konnten, hatte ich nicht erwartet.
Zwischendurch kam ich jedoch ein bisschen durcheinander, weil das Märchen eine Geschichte in einer Geschichte in einer Geschichte ist. Im Geiste muss man also den Verlauf der Geschichte immer wieder rekonstruieren, um den Überblick zu behalten. Am Ende wird diese Verschachtelung aber wieder aufgelöst, sodass man spätestens dann wieder weiß, wo das Märchen begann.
Biri Fay erzählt das altägyptische Märchen in verständlichen und einfachen Worten, sodass auch Kinder ihren Spaß an der Geschichte haben dürften. Zudem unterstützen Illustrationen die Handlung. Sie sind an die ägyptischen Zeichnungen angelehnt, die man in Pyramiden fand.
Eine schöne Ergänzung ist das Nachwort der Autorin. Sie beschreibt, was sie hinzugefügt hat und woher man heute die Geschichte kennt. Zusätzlich sind Hieroglyphen zu sehen, ähnlich denen, mit denen das Märchen auf einer Schriftrolle festgehalten wurde.
Fazit:
„Die goldene Schlange“ führt besonders Kinder leicht in die Kultur der Ägypter ein. Die einfachen Zeichnungen ergänzen das Märchen, ohne den Leser mit Eindrücken zu erschlagen. Die Faszination des Märchens macht das Alter aus. Die Vorstellung, dass sich Ägypter vor 4000 Jahren eine ähnliche Geschichte erzählten, hat mich begeistert.
Eine dunkle und grimmige Geschichte – Adam Gidwitz
Was nun folgt, ist ein Märchen.
Ein Märchen?, wirst du vielleicht denken. Märchen sind doch Kinderkram!
Doch in diesem Märchen hüpfen keine kleinen Mädchen mit roten Kappen fröhlich durch den Wald.
Was zwischen diesen Seiten auf die lauert ist die wahre Geschichte von Hänsel und Gretel – ein Märchen voller dunkler Zauberer, gefährlicher Hexen und todbringender Drachen.
Rezension:
Hänsel und Gretel werden von ihrem Vater, dem König von Grimm, getötet. Von dieser Tat geschockt, fliehen sie vor ihren Eltern. Das hört sich skurril an? Es kommt für das Geschwisterpaar noch schlimmer. Sie treffen auf den Teufel, auf Drachen und auf sprechende Raben.
Adam Gidwitz wandelt für dieses Buch Geschichten der Gebrüder Grimm um und verbindet diese zu einer Geschichte um die Geschwister Hänsel und Gretel. Schwalben werden zu Raben und die Eltern sind ein angesehenes Königspaar. Doch der Autor verändert noch mehr: Die Märchen sind gruselig und auf keinen Fall für kleine Kinder geeignet, denn es fließt des Öfteren Blut.
Normalerweise mag ich keine blutigen Geschichten, aber in dem Fall hat mich der Trailer überzeugen können, mir das Buch näher anzusehen. Und ich wurde nicht enttäuscht. Adam Gidwitz hüllt Märchen in ein neues, spannendes Gewand. Märchen habe ich oft für verstaubt gehalten, besonders die der Gebrüder Grimm: Tausende Male gehört, nie ernst genommen, die entsprechenden Bücher irgendwann verstaubt in den hintersten Ecken des Bücherregales zurückgelassen. Bei diesem Buch jedoch konnte ich nicht mehr von den Protagonisten lassen. Ich konnte erst aufhören, als der Wecker mir erschreckende zwei Uhr nachts anzeigte und die letzte Seite umgeblättert war.
Der Stil des Autors erinnert mich sehr an den der „Lemony-Snicket-Reihe“. Getreu dem Motto „Niemand kann euch führen. Nur euer Mut.“ Schlittern Hänsel und Gretel von einem Unglück ins nächste, kein Ende ist in Sicht. Wie bei Lemony Snicket unterbricht der Erzähler auch hier zwischendurch die Geschichte um persönliche, manchmal lustige Kommentare zum Geschehen abzugeben. Das nimmt der Erzählung manchmal die Spannung, was aber keineswegs hinderlich ist. Es kann durchaus guttun, wenn eine äußere Person die Spannung ein wenig nimmt, gerade bei einem Kinderbuch wie diesem.
Besonders hat mir das Cover gefallen. Das Blut am Schwert lässt erahnen, dass „Eine dunkle & grimmige Geschichte“ weit davon entfernt ist, ein gewöhnliches Kinderbuch zu sein. Derartige Zeichnungen ziehen sich durch das gesamte Buch. Was ich bisher von keinem Buch kannte: Der Autor nimmt im Buch Bezug auf das Cover. Dies zeigt, mit wie viel Liebe und Akribie das Cover gestaltet wurde und dass der Autor wahrscheinlich auch Mitspracherecht dabei gehabt haben dürfte.
Fazit:
Adam Gidwitz hat es geschafft, dass ich mein altes Märchenbuch wieder aus dem Schrank hole. In seinem Buch erscheinen die verstaubten Geschichten auf einmal spannend und abenteuerlich. Die Altersempfehlung (ab 10 Jahren) sollte man sich zu Herzen nehmen, denn die blutigen Märchen könnten jüngere Kinder verschrecken.
Vielen Dank für das Rezensionsexemplar!
Kein Anschluss unter dieser Nummer – Lucy Hepburn
Wenn Christy Davies für eines keine Zeit hat, dann für die Liebe. Denn als erfolgreiche Geschäftsfrau ist sie ständig unterwegs und rund um die Uhr für ihre Kunden erreichbar. Bis sie ihr Handy verliert. Eine Katastrophe für die stets perfekt organisierte New Yorkerin! Doch Christys Tag hält noch mehr unerwartete Wendungen für sie bereit, und eine davon führt sie geradewegs zu ihrem Traummann.
Rezension:
Christys Beruf ist es, Botengänge auszuführen. Sie holt Hunde für die Besitzer aus Salons ab oder kauft für ältere Damen an. Bei der Arbeit für dieses kleine Unternehmen ist Christy aber auf ihr iPhone angewiesen. Darin hat sie wichtige Daten und Adressen gespeichert. Dann wird ihr persönlicher Albtraum Wirklichkeit: Christy vergisst ihr iPhone im Zug. Jetzt ist sie auf den ständigen Kontakt zum Finder angewiesen, weil sie ohne die Informationen des iPhones ihre Termine nicht mehr einhalten kann.
Man könnte meinen, Lucy Hepburn hätte mit „Kein Anschluss unter dieser Nummer“ einen Debütroman geschrieben. Ihr Schreibstil erscheint oft sehr holprig und hindert den Lesefluss. Umso mehr wunderte es mich, als ich sah, dass die Autorin bereits zwei Romane veröffentlicht hat. Ich kann leider nicht beurteilen, ob dieser doch sehr umständliche Schreibstil Produkt der Übersetzerin ist oder ob die Autorin tatsächlich eher schwach schreibt. Ich kann nur ehrlich sagen, dass mich viele Formulierungen gestört haben und ich Passagen deswegen teilweise zwei Mal lesen musste.
Einmal ganz abgesehen davon, trifft die Protagonistin Christy oft Entscheidungen, die ich nicht nachvollziehen kann. Sie halst sich absichtlich noch mehr Termine auf, um dann festzustellen, dass diese eigentlich nicht mehr in ihren prall gefüllten Terminkalender passen. Im Buch wird dies damit begründet, dass Christy nun mal gerne anderen Menschen hilft. Auf mich wirkte Christy dadurch aber dumm und erzeugte bei mir das typische „Kopf-auf-Tischplatte-Gefühl“.
Wenn ich zu einem Frauenroman greife, möchte ich entspannen und unterhalten werden. Beim Lesen dieses Buches jedoch breitete sich innerlich Hektik bei mir aus. Es ist nur normal, dass der Leser die Gefühle der Protagonistin annimmt oder zumindest Empathie empfindet. Dadurch, dass sich Christy in permanentem Stress befindet, verfällt der Leser auch in Unruhe. Wie chaotisch Christys Leben ist, zeigt schon der Kapitelanfang. Jedes Mal werden die Termine Christys detailliert aufgeführt, damit der Leser überhaupt die Chance hat, dieses Buch zu überblicken.
Mit viel gutem Willen lässt sich aus „Kein Anschluss unter dieser Nummer“ auch eine Botschaft schöpfen. Viele Menschen hängen an ihren Handys und vergessen dabei, zu leben. Der Kopf wird ausgeschaltet und unser ganzes Vertrauen liegt bei unseren elektronischen Begleitern. Doch diese Botschaft wird bei diesem Buch dadurch zerstört, dass Christy auch ihre neue Liebe via Handy kennenlernt. Hepburn scheint sich nicht richtig entscheiden zu können.
Fazit:
„Kein Anschluss unter dieser Nummer“ wirkt wie ein verzweifelter Versuch, einen „hippen“ und modernen Roman zu schreiben. Dieser Versuch ist der Autorin nicht geglückt. Sie schwimmt auf der Welle der zahlreichen „Sex and the City“- Nachahmerinnen. Zu viele Klischees, zu viele Zufälle, zu viel Dorfcharakter für New York.
Leseblüten – Zwischen Zeilen
Bisher habe ich es noch nie erwähnt, aber hin und wieder schreibe ich auch gerne meine eigenen Geschichten.
Eine davon, genauer gesagt ein Brief, wurde jetzt im piepmatz Verlag in einer Anthologie veröffentlicht. Wer sich also für einen Abschiedsbrief einer Spaghetti interessiert, kann sich das Buch ja mal ansehen.
Eine Rezension dazu werde ich nicht schreiben. Schließlich bewerte ich nicht meine eigene Geschichte.
Solange du schläfst – Antje Szillat
So idyllisch das kleine Dorf Malhausen ist, die sechzehnjährige Anna fühlt sich dort alles andere als wohl. Doch dann trifft sie auf Jérome, der ebenso wie sie ein Außenseiter im Dorf ist, und plötzlich ist nichts mehr, wie es war. Trotz zahlreicher Widerstände entwickelt sich zwischen den beiden eine zarte, bedingungslose Liebe. Eines Abends jedoch, nach einem Dorffest, verschwindet Jérome spurlos und wird am nächsten Tag mehr tot als lebendig auf einem nahe gelegenen Feld gefunden. Schnell verbreitet sich im Dorf das Gerücht, dass Jérome mit Drogen gedealt haben soll. Anna ist verzweifelt und will die Anschuldigungen gegen Jérome einfach nicht glauben. Doch dann hört sie mit einem Mal eine vertraute Stimme in ihrem Kopf und sieht Bilder, die nicht ihrer Erinnerung entstammen ?
Rezension:
Anna ist gerade nach Malhausen gezogen, als sie den gutaussehenden Jérôme kennenlernt. Schon bald entwickelt sich zwischen den beiden eine zarte Liebesbeziehung. Doch das Glück der beiden wird gestört, als Jérôme mit schwersten Verletzungen aufgefunden wird. Er liegt im Koma – auf unbestimmte Zeit. Nun liegt es an Anna, herauszufinden, wer Jérôme angegriffen hat. In Verdacht steht die Clique um den Sohn des Bürgermeisters, der für seine Wutausbrüche und andere Eskapaden bekannt ist.
Auf das Buch aufmerksam geworden bin ich durch das spezielle Cover. Die Dornen und Rosen sind ausgestanzt und bringen so deutlich den Schriftzug „Solange du schläfst“ ins Blickfeld des Lesers. Für typische Coverkäufer ist dieses Buch also alleine deswegen schon ein Muss.
Doch bei einem guten Buch muss natürlich auch der Inhalt überzeugen. Und mich zu überzeugen, das hat Antje Szillat mit Leichtigkeit geschafft. Es gibt nur wenige Bücher, bei denen ich meine Umwelt absolut ausblenden kann; bei denen ich möglichst langsam lese, damit das Leseerlebnis ja nie zu Ende geht. In diesen engen Kreis meiner Lieblingsbücher haben es bisher nur „Harry Potter“, die „Biss-Reihe“ und „Nach dem Sommer“ geschafft. Mit „Solange du schläfst“ habe ich nun ein Lieblingsbuch mehr.
Am Anfang ist die Liebe zwischen Anna und Jérôme noch vergleichsweise sorgenfrei. Die beiden leben nur für den Moment und verbringen jede freie Minute miteinander. Als Jérôme dann aber angegriffen wird und nicht mehr ansprechbar ist, fällt nicht nur Anna in ein tiefes Loch. Auch mich als Leser hat dies sehr mitgenommen und bewegt. Zu diesem Zeitpunkt ist der Leser schon lange nicht mehr nur der Leser, sondern fühlt sich tief mit den Protagonisten verbunden. Annas Verzweiflung ist schließlich ein großer Kontrast zu der unbeschwerten Liebe, die sie noch Tage zuvor erlebt hat.
Als Jérôme ins Koma fällt, beginnt nicht nur die tiefe Verzweiflung, die ganze Erzählebene verschiebt sich auch völlig. Auf einmal verpasst Szillat der Geschichte einen übersinnlichen Touch. Dies tut sie aber nicht abrupt, sondern führt den Leser langsam ins Mystische hinein. Um was es sich bei dem Übersinnlichen handelt, kann ich leider nicht verraten. Ich würde zu viel von der Handlung preisgeben.
Auch Krimi-Fans kommen bei diesem Roman auf ihre Kosten. Besonders im letzten Drittel nimmt „Solange du schläfst“ noch einmal richtig Fahrt auf. Zum Schluss habe ich wirklich fast jeden verdächtigt, Jérôme angegriffen zu haben.
Fazit:
„Solange du schläfst“ hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Selten habe ich solch ein abwechslungsreiches Buch gelesen. Es ist romantisch, aber nicht kitschig. Es ist übernatürlich, ohne zu abgehoben zu wirken. Und es ist spannend, ohne ein blutiger Thriller zu sein. Ein Jugendbuch, das mit den weltweiten Bestsellern wie „Bis(s)“ oder „Nach dem Sommer“ locker mithalten kann.
Vielen Dank für das Rezensionsexemplar!

















